23. August 2019

Programm

Wolfgang Amadé Mozart                                                Divertimento D-Dur KV 251

1756 – 1791                                                                       Allegro molto – Menuetto. Tempo moderato –

                                                                                            Andantino – Menuetto (Tema con variazioni). Moderato assai 

                                                                                            Solooboe: Hanspeter Thomann    

Wolfgang Amadé Mozart                                                Konzert für Horn und Orchester Es-Dur KV 447

1756 – 1791                                                                       Allegro – Romanze. Larghetto - Allegro

                                                                                              

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L. van Beethoven                                                             Suite aus “Wiener Tänze” WoO 17
1770 – 1827                                                                      Walzer – Walzer – Menuett – Menuett – Länderer –
                                                                                           Menuett – Länderer                             

 

Wolfgang Amadé Mozart                                                Konzert für Horn und Orchester D-Dur KV 412

1756 – 1791                                                                      Allegro – Rondò (Urfassung, rekonstruiert von Henrik Wiese)

 

Wolfgang Amadé Mozart                                                Divertimento D-Dur KV 251

1756 – 1791                                                                       Rondo. Allegro assai – Marcia alla francese. Tempo moderato

 

                                                                                            Konzertmeisterin: Franziska Grütter                                            

                   

Solist

Simon Kissling spielt seit seinem 8. Lebensjahr Waldhorn. Bis zum Abschluss der Matura wurde er von Andreas Kamber unterrichtet und wechselte danach an die Musikschule Basel um da sein Vorstudium bei Stefan Ruf zu absolvieren. Seit dem September 2014 studiert er in der Hornklasse von Christian Lampert an der Musikhochschule in Basel, wo er zurzeit seinen pädagogischen Master abschliesst.

Seine Konzerttätigkeit führt ihn durch die gesamte Schweiz und in Teile Deutschlands. Ein wichtiger Teil seines musikalischen Schaffens findet in der neuen Musik und der Kammermusik statt. Er spielt regelmässig Konzerte mit dem Ensemble Phoenix für zeitgenössische Musik in Basel. Zudem ist er ab der Saison 2019/20 Mitglied bei der Sinfonietta Basel. Neben dem eigenen Musizieren, stellt das Unterrichten, für ihn einen Hauptbestandteil seines Schaffens dar. Dieses findet an verschiedenen Musikschulen in der Region Basel und Solothurn, sowie an den alljährlichen Musikkurswochen in Arosa statt.

Werke

Das Divertimento D-Dur KV 251 – auch „Nannerl-Septett“ genannt

Die Komposition von vielsätzigen Werke für verschiedene Orchesterbesetzungen zieht sich durch alle Perioden von Mozarts Schaffen. Diese musikalische Gattung wurde in Mozarts Zeit wechselnd als Divertimento, Cassatio (Kassation) oder Serenade (Serenata) bezeichnet.

Das Werk in D-Dur mit der Nummer 251 im Köchelverzeichnis überschreibt Mozart im Autograph als „Divertimento a 7 stromenti. Di Amadeo Wolfgango Mozart/ Luglio 1776“. Da er es vermutlich zum 25. Namenstag seiner Schwester Anna Babette (am 26. Juli) geschrieben hat, wird es auch als „Nannerl-Septett“ bezeichnet. Es entstand im selben Monat wie die sehr bekannte „Haffner-Serenade“ (KV 250). In einem Brief an seinen Sohn bezeichnet Leopold Mozart das Divertimento als „Finalmusik Synfonie“, was darauf hinweist, dass es auch im Rahmen einer Semesterabschlussfeier der Salzburger Universität gespielt wurde, wie die sog. Posthornserenade KV 320. Das Divertimento in D-Dur besteht aus 6 Sätzen von hoher musikalischer Qualität, aus denen das Andantino mit einem berückend schönen Oboensolo heraussticht. Gemäss der Aufführungspraxis zu Mozarts Zeit spielen wir dieses Werk in zwei Teilen, am Anfang und am Schluss des Konzerts. 

 

Zwei der vier Hornkonzerte Mozarts

Mozarts Hornkonzerte entstanden in den Jahren 1781 bis 1791 in Wien. Über die Reihenfolge der Entstehung bestehen Unklarheiten: Sicher ist aber, dass die Nummerierung von Köchel falsch ist. Das Konzert in Es-Dur KV 447 dürfte als drittes Konzert 1783 entstanden sein, das D-Dur Konzert KV 412 im letzten Lebensjahr Mozarts. Diesem Konzert fehlt wohl deshalb der langsame Satz und das Schluss-Rondò existiert nur in einer weit gediehenen Skizze Mozarts. Trotzdem hat Franz Xaver Süssmayr, der Protégé (und wahrscheinlich mehr…) von Constanze Mozart eine Fassung erstellt, die sich von den Intentionen Mozarts so weit entfernt, dass sie im Köchelverzeichnis nicht als Bearbeitung, sondern als Neukomposition Süssmayrs bezeichnet wird. Dank dem Mozart-Spezialisten Henrik Wiese steht glücklicherweise heute eine Ausgabe zur Verfügung, die als revidierte Urfassung wohl Mozart sehr nahekommt.

Mozart hat seine Hornkonzerte dem Hornisten Joseph Leutgeb gewidmet und sie fast durchwegs mit auf diesen Musiker bezogenen ironischen Bemerkungen versehen, so zum Beispiel die Widmung des Konzerts in Es-Dur KV 417: „Wolfgang Amadé Mozart hat sich über den Leitgeb Esel, Ochs, und Narr, erbarmt // zu Wien den 27: May 1783.“ Und das Rondò die Stimme des Solisten im D-Dur-Konzert KV 412 überschreibt Mozart mit Adagio, während die Orchesterstimmen die natürlich zutreffende Bezeichnung Allegro tragen – als Seitenhieb auf das vorgerückte Alter Leutgebs (er war 59), das keine schnelle Wiedergabe mehr gestatte…

 

Beethovens „Mödlinger Tänze“

 

Beethoven verbrachte in den Jahren 1818 bis 1820 jeweils seinen Sommeraufenthalt in Mödling und schrieb dort bedeutende Werke, u.a. die Missa solemnis. Eine kleine Gruppe von Musikern, die im Gasthaus „Zur Brühl“ musizierte (andere Quellen nennen ein Gasthaus „zu den zwei Raben“), baten Beethoven um eine Reihe von Tänzen. Beethoven kam dieser Bitte nach und komponierte elf Walzer, Menuette und Ländler („Länderer“). Sie erschienen 1819 im Druck. Der bedeutende Schweizer Beethoven-Biograph Willy Hess schreibt dazu: „Die Tänze zeichnen sich durch eine auffallende Schönheit und Reife aus. Die Instrumentierung ist meisterhaft und von einem berückenden Klangzauber, jedes einzelne der Instrumente wird überaus typisch verwendet, und oft läuft der Melodiefaden im Sinne von Beethovens durchbrochenem Stil von einem Instrument ins andere. […] Sie bedeuten wohl Krone und Höhepunkt aller Tanzkompositionen Beethovens.“ 

 

U. Lips/Juni 2019

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