Konzertsaison 2023

Selten zu Hörendes, spannende Programme, aussergewöhnliche Solisten und Solistinnen –   wir freuen uns sehr auf die Konzertsaison 2023 und besonders darauf, die Konzerte gemeinsam mit unserem Publikum, den Abonnentinnen, Konzertbesuchenden und Freunden des SKO zu erleben!

Neu laden wir an den Konzerten im Konzertsaal um 19.15 Uhr zu einer Konzerteinführung durch den Dirigenten Michael Rubeli ein.

Konzert 1: Zwei Flügel im Konzert
Freitag, 3. März 2023

Unter der Bühne des Konzertsaales verbirgt sich ein zweiter, wunderbarer Konzertflügel. Diesen werden wir für das erste Konzert der Saison 2023 dem andern, im Konzertsaal sich befindenden, gegenüberstellen. Das Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag werden die beiden Instrumente gemeinsam erklingen lassen. Beide Pianisten haben in Budapest an der Liszt Akademie studiert, u.a. bei Péter Solymos, György Kurtág und Ferenc Rados. Prägend war für sie die Begegnung mit András Schiff.

Künstlerische Neugier und hohe musikalische Ansprüche zeichnen das ungarisch-schweizerische Klavierduo aus; seit langem hat es sich seinen Platz unter den besten Kammermusikensembles der Schweiz und weit darüber hinaus erspielt. Ihre Rezitals führen Adrienne Soós und Ivo Haag u.a. an namhafte europäische Festivals und in international wichtige Konzertsäle und Konzertreihen. Ihre Projekte in der zeitgenössischen Musik führen sie zusammen mit Persönlichkeiten wie Péter Eötvös, Rudolf Kelterborn, Krzysztof Meyer oder Dieter Ammann. Das Klavierduo verfügt über eine reiche Diskographie, u.a. mit Einspielung von Werken von Honegger, Messiaen, Kelterborn, Ammann, Moscheles, Dussek, Hans Huber.

Konzert 2: Romantisches Violinkonzert
Freitag, 26. Mai 2023

Im zweiten Konzert wendet sich das Solothurner Kammerorchester der romantischen Violinliteratur und einem gewichtigen Werk der Klassik zu. Die in Yverdon geborene und in Balsthal aufgewachsene Geigerin Bettina Sartorius freut sich ausdrücklich, als Solistin gemeinsam mit dem SKO im Konzertsaal Solothurn, ihrer Heimat, aufzutreten. Als Mitglied der Berliner Philharmoniker fühlt sie sich trotz ihres Lebens im Ausland mit Balsthal, Solothurn und seiner Region noch immer stark verbunden. Als kleines Kind wollte sie eigentlich Klavier lernen. Doch nachdem ihre Eltern sie in ein Konzert mitgenommen hatten, in dem Yehudi Menuhin das Beethoven Violinkonzert spielte, traf sie eine andere Entscheidung und wählte die Geige. Bettina Sartorius, die seit ihrem zehnten Lebensjahr Violine spielt, absolvierte ihr Studium am Konservatorium Winterthur bei Aida Stucki.

1992 machte sie dort das Konzertreifediplom, 1994 das Solistendiplom, das sie mit Auszeichnung ablegte. Die mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnete Geigerin trat als Solistin europaweit auf und war drei Jahre lang Mitglied der Camerata Bern. Mit den Festival Strings Lucerne spielte sie Vivaldis Vier Jahreszeiten und die Violinkonzerte von Bach auf CD ein. Sie ist Preisträgerin internationaler Stipendien, Preise und Wettbewerbe. Neben ihrem Engagement bei den Berliner Philharmonikern ist sie Mitglied des «Ensembles Berlin», der «Philharmonischen Geigen Berlin» und des Ensembles «Die Schweizer der Berliner Philharmoniker».

Konzert 3: Ein musikalischer Spass
Freitag 25. August 2023

Ein besonderes Klangerlebnis wird das Konzert mit der Bratschistin Julia Malkova, Solobratschistin des Berner Symphonieorchesters, sein. Sie wird mit dem warmen und dunklen Klang ihrer Viola den Konzertsaal verzaubern. Schwärmerisch, fröhlich und gewitzt, unerwartet virtuos und überraschend introvertiert wird das Publikum das selten als Soloinstrument auftretende Instrument erleben. Julia Malkova, geboren 1976 in St. Petersburg, besuchte zuerst die dortige Musikschule von 1982 bis 1990 und erhielt Geigenunterricht, bevor sie von 1991 bis 1995 ihr Studium am St. Petersburger Rimski-Korsakow Musik College mit Hauptfach Bratsche bei Prof. Elena Panfilova fortsetzte. Dort schloss sie 2001 bei Professor Vladimir Stopichev im Hauptfach Bratsche, Kammermusik und Musikpädagogik mit Auszeichnung ab.

Ihr Können liess sie bald von der Stellung der Tuttibratscherin in die Rolle der Solobratschistin wechseln. Ihre Orchesterstationen waren das Orchester des Mariinsky-Theaters, das Madrider Symphonieorchester unter der Leitung von Garcia Navarro und Jesús López Cobos, ebenfalls in Spanien das Symphonieorchester von Radio Television Española unter der Leitung von Adrian Leaper, das Orquesta de la Comunidad Valenciana in «Palau de les Arts Reina Sofia» unter der Leitung des Musikdirektors Maestro Lorin Maazel und dem Präsidenten des Festivals Mediterraneo Valencia Zubin Mehta und nun seit einigen Jahren das Berner Symphonieorchester BSO. Julia Malkova ist zu hören auf diversen Einspielungen, unter anderem mit Kaspar Zehnder (eh. Chefdirigent des TOBS).

Konzert 4: Alte Tänze und nordische Streicherklänge
Sonntag, 3. Dezember 2023

Die Saison 2023 wird das Solothurner Kammerorchester ohne Solisten und ohne Solistinnen gestalten. In der Jesuitenkirche Solothurn werden die Streicher und Streicherinnen unter sich sein. Damit auferlegt sich das SKO die Herausforderung, an seinem Streicherklang zu arbeiten, sich seiner ureigenen Disziplin zu widmen, sich als Klangkörper zu bilden und seinem eigenen, unverwechselbaren, «persönlichen» Klang näher zu kommen. Auf dem Programm stehen Werke für Streicher von Komponisten, die alle den Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert erlebten, oder ganz dem 20. Jahrhundert angehörten, wie der 1913 in Warschau geborene und ebenda 1994 gestorbene polnische Komponist, Dirigent und Musiker W. Lutoslawski. Befreit aus deutscher Kriegsgefangenschaft, gründete er mit seinem Komponistenkollegen Andrzej Panufnik ein Klavierduo, mit dem er, um sein wirtschaftliches Überleben zu sichern, in den Kaffees von Warschau auftrat. Dieser Umstand verknüpft, wenn auch eher anekdotisch bezogen auf „Klavierduo“, das erste mit dem letzten Konzert dieser Saison. Inhaltlich jedoch verbindet es sich mit der Saison 2022, in der ebenfalls Werke (K. Penderecki, A. Pärt) aus dem 20. Jahrhundert auf dem Programm standen. Die Klänge dieses letzten Konzertes wollen einstimmen in die winterliche Zeit. Noch erklingt nicht die Musik des Advents, doch eine Musik, die unsere Sinne öffnet, zum Verweilen einlädt, heranführt an Advent und die Grenze zwischen dem Dunkeln und Lichten berührt.